Let’s get it started! – Naturschutzaktion im Kloster Maulbronn

Datum:

25.09.2026 – 27.09.2026

Ort:

Maulbronn

Zielgruppe:

14 – 26 Jahre

„Let’s get it started!“ist ein Veranstaltungsformat für alle, die gerne in bestimmte Themen einsteigen wollen, aber bisher vielleicht noch keinen Zugang dazu finden konnten. Daher sind hier absolut null Vorkenntnisse nötig. Neben praktischem Handwerkszeug geht es auf diesen Wochenenden auch um die Grundlagen und die Frage, wie du dich im jeweiligen Bereich einbringen kannst.

Ihr seid gerne in der Natur und wolltet schon immer gerne mal tatkräftig mit anpacken? Außerdem noch kleine Flugkünstler beobachten und mehr über ihren Lebensraum erfahren? Dann seid Ihr beim „Let`s get it started“- Wochenende in Maulbronn genau richtig! Wir werden den Hohenacker See von Schilf und anderen dominanten Gewächsen befreien und somit einer wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Nachmittags werden wir uns mit einer besonderen Art der Naturbeobachtung beschäftigen oder Fledermauskästen bauen. Und in der Dämmerung machen wir uns auf den Weg ins Kloster Maulbronn und in die Umgebung und tauchen ein in die Welt der Fledermäuse. Für eine ausreichende Verpflegung wird gesorgt sein!

Freitag:

Treffpunkt: Haus Schmie, Lienzingerstr. 50, 75433 Maulbronn

Bis 18 Uhr Ankommen und Begrüßung

Beziehen der Räumlichkeiten

20 Uhr Abendessen

Abendprogramm

Samstag:

9 Uhr Frühstück

Vormittags: Arbeitseinsatz Hohenacker See

Mittagessen

Nachmittags: Nature Journaling / evtl. Bau von Fledermauskästen

19 Uhr Abendessen

Abends: Fledermausbeobachtung im Kloster Maulbronn und Umgebung

Sonntag:

9 Uhr Frühstück

Ideensammlung BUND-Jugend-Gruppe, Feedback, Abschied

12 Uhr Abreise

Bitte bringt für die Übernachtung Isomatte und Schlafsack mit. Außerdem sind für den Arbeitseinsatz am Hohenacker See Arbeitskleidung, Gummistiefel und Arbeitshandschuhe zweckmäßig.

Die Anmeldung erfolgt über die Webseite der BUNDJugend unter folgendem Link. Die Anmeldung wird dort in Kürze freigeschaltet.

Nicht nur der Mensch leidet

Heiße Temperaturen sind nicht nur für uns eine höhere Belastung. Auch Insekten, Vögel und andere Tierarten kämpfen mit Hitze und damit verbundener Trockenheit. Während uns ein Wasserhahn oder Kühlschrank zur Verfügung steht, haben Tiere, die im freien leben, diese Möglichkeit nicht. Wir können ihnen aber helfen, indem wir künstliche Wasserquellen bereitstellen. Hier eignen sich Vogeltränken oder z. B. einfache Ton-Untersetzer, da diese nicht leicht umkippen, sollte einmal eine Katze oder ein Igel vorbei schauen. Für Insekten ist es Ratsam z. B. kleine Steine in das Gefäß zu legen, die über die Wasseroberfläche hinausragen, um den sicheren Zugang zu (oder aus) dem Wasser zu ermöglichen.

So wären Wasserstellen am nützlichsten

Statt einer einzigen großen Schale sind mehrere getrennte Stellen besser:

  • eine etwas erhöhte, flache Vogeltränke mit freier Rundumsicht, nicht direkt neben einem Gebüsch, in dem Katzen lauern können;
  • eine schwere, bodennahe und flache Schale für Igel und andere Säuger;
  • eine ausgesprochen flache Insektentränke mit vielen trockenen Austritts- und Landeplätzen.

Das Wasser täglich vollständig wechseln, sichtbaren Schmutz sofort entfernen und die Gefäße regelmäßig mit Bürste und sehr heißem beziehungsweise kochendem Wasser reinigen. Zwei Schalen im Wechsel sind praktisch, weil eine jeweils vollständig austrocknen kann. Keine tiefen, glatten Gefäße ohne Ausstiegshilfe verwenden.

BUND-Ausflug in das Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg

Am Sonntag, 14.06.2026, gab es einen Ausflug zum Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg (NPZ). Dort findet in diesem Jahr ein großes Programm rund um die heimischen Fledermäuse statt und in den Räumlichkeiten sowie in unmittelbarer Nähe des NPZ gibt es dazu eine Ausstellung. Klaus Timmerberg gab uns ab 11:00 Uhr eine exklusive Führung durch die Ausstellung. Groß und Klein konnten dabei viel über die Lebensweise der 17 im Stromberg bisher ermittelten Arten erfahren. Die Ausstellung ist neben tollen Exponaten und Mitmach-Stationen auch durch die unzähligen Bilder und gebastelten Objekte von Kindern ein tolles Erlebnis.

4. Naturtagebuch-Termin 2026

Rechtzeitig zum Samstag am 13.06. wurde das Wetter wieder besser für ein Treffen im Freien. Somit war klar, dass wir wieder von unten (Salzach) aber nicht von oben nass werden könnten. An dieser Stelle fanden wir nur wenige Tierarten und wir fragten uns, warum dies so ist. Eventuell hat das erneute Ablassen des Tiefen Sees einige Tiere weiter abwärts geschwemmt oder vielleicht hatten sich auch viele Larven bereits in ihrem letzten Entwicklungs-Stadium aus dem Wasser verabschiedet. Doch plötzlich war die Aufregung groß, Jemand hatte einen Flusskrebs entdeckt. Dieser hielt sich jedoch noch einige Zeit versteckt. Nach einiger Zeit war er jedoch in eine große Becherlupe umgesiedelt und konnte von allen beobachtet werden. Leider war es keine einheimische Art, sondern es handelte sich um einen Kamberkrebs, eine invasive Art. Entsprechend konnten wir ihn nicht zurücksetzen und übergaben ihn dem Angelsportverein.

In der Salzach finden wir einen invasiven Kamberkrebs
In der Salzach finden wir einen invasiven Kamberkrebs

Ebenso fand sich noch allerlei Müll im Bach, der von unseren ForscherInnen natürlich fleißig gesammelt wurde. Zur Auflockerung zwischendurch mussten unsere ForscherInnen auch noch gemeinsam einen „reißenden Fluss“ überqueren. Hier zeigte sich, dass das die Zusammenarbeit im Team erst erarbeitet werden musste, damit alle das Hindernis trockenen Fußes überqueren konnten.

Die ForscherInnen überqueren einen "reißenden Fluss"
Die ForscherInnen überqueren einen "reißenden Fluss"
Wir warten am Ziel auf unseren Korken für die Ermittlung der Fliessgeschwindigkeit.
Wir warten am Ziel auf unseren Korken für die Ermittlung der Fliessgeschwindigkeit.

Erste Ausflugszählung 2026

Am Dienstag den 09.06. fand die erste Ausflugszählung der Mausohr-Weibchen im Kloster statt. 21:15 Uhr war Treffpunkt, so war noch genügend Zeit, einige neue HelferInnen mit Informationen zur Durchführung und zum Quartier zu versorgen, das Equipment zu verteilen und auch eine erste Sichtung der Wochenstube durchzuführen. Es waren bereits Jungtiere in der Wochenstube, was zum einen daran liegt, dass es in diesem Jahr bereits früh warme Perioden gab und die Zählung zudem in der Vergangenheit meist früher erfolgte. Auch wenn es kaum tote Tiere im Quartier zu entdecken gab, sind wir mit der ermittelten Anzahl der Weibchen, ca. 680 Tiere, nicht zufrieden. Sie liegt zwar in etwa auf Vorjahres-Niveau, aber die Kolonie hatte in der Vergangenheit auch schon 800 und mehr Tiere. Wir hoffen auf eine gute Entwicklung der Jungtiere für die zweite Zählung. Aufgrund der starken Truppe und genügend Nachtsichtgeräten war es an diesem Abend auch einmal möglich, die Zählenden in Aktion zu beobachten.

Wärmebildaufnahme der Zählenden.
Wärmebildaufnahme der Zählenden.

Fledermausstand beim Weltkindertag 2026

Der Klosterhof stand am Sonntag 07.06. im Zeichen des Weltkinder- und Weltkulturerbe-Tags. Neben vielen kulinarischen Angeboten war auch der BUND wieder mit seinem Fledermausstand vertreten. Da gleich mehrere der 25 in Deutschland heimischen Arten im Kloster wohnen, sind sie ein wesentlicher Bestandteil der Klosteranlage. Viele große und kleine BesucherInnen konnten wir fast durchgehend mit spannenden Fakten zu diesen geheimnisvollen und faszinierenden Tieren überraschen. Einige jüngere BesucherInnen konnten wir auch von unserem Naturtagebuch erzählen und können diese vielleicht schon im nächsten Jahr als neue ForscherInnen begrüßen.

Unser Fledermausstand beim Weltkindertag 2026
Unser Fledermausstand beim Weltkindertag 2026

Maulbronner Amphibienschutz im Fernsehen

Im Jahr 2025 besuchte uns der SWR für eine Reportage zum Thema Artenschutz. Dirk Neumann interviewte uns bzgl. des Amphibienschutzes in Maulbronn. Dazu trafen wir das SWR-Team am Roßweiher. In Maulbronn war zu diesem Zeitpunkt die Sammlung bereits abgeschlossen. Es war spannend, eine solche Produkten einmel selbst zu erleben.

Zwischenzeitlich sind alle Teile der Reportage online. Die Aufnahmen aus Maulbronn finden sich in folgendem Film ab Minute 2:54: Planet Schule

3. Naturtagebuch-Termin 2026

Dieses Mal trafen wir uns am Hexenturm und versuchten herauszufinden, wie die Salzach ihren Weg vom Graubrunnenwald bis zu dieser Stelle nimmt. Tatsächlich waren die jungen Forscherinnen und Forscher gut auf Zack und kennen Maulbronn sehr gut. Die Salzach verschwindet nach dem Klostergraben gleich wieder im Boden, aber in der Thalaue konnten wir diese wieder entdecken. Hier konnten wir den Bach auch wieder direkt erreichen und führten unsere üblichen Beobachtungen durch. Neben altbekannten, wie Feuersalamander-Larven, fanden wir wieder völlig neue Tiere im Bach. Neben Wasserskorpionen fand wir Larven von Groß- und Kleinlibellen. Auch ein Egel und Planarien fanden sich zwischen Wasser-Flohkrebsen und Köcherfliegenlarven.

Amphibienhelfer-Fest 2026

Am 08. Mai lud der BUND alle engagierten Amphibienhelferinnen und -helfer zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Damit will sich der Ortsverband bei allen bedanken, die sich immer wieder für unsere wichtige Amphibienpopulation einsetzen. Peter Wilhelm konnte mit seinen Statistiken unseren Erfolg in Zahlen greifbar machen. Abgerundet wurde der Abend vom Video der Reihe „Planet Schule“, in dem der Ortsverband zum Thema Artenschutz interviewt wurde (siehe Planet Schule).

Als Ehrengast bedankte sich der Ortsverband bei Martin Kobert für sein langähriges Engagement für die Amphibien. Jahrelang war bei ihm auch das Equipment für die Sammelteams gelagert.

Der Vorstand und die geretteten Amphibien danken allen für ihren unermüdlichen Einsatz bei Wind und Wetter.

2. Naturtagebuch-Termin 2026

Auf der Jagd in der Salzach
Auf der Jagd in der Salzach

„Die Köcherfliegenlarve hat einen Wohnwagen dabei“ – so lautete eine Bemerkung eines unserer Naturtagebuch-Kinder, als wir gerade eine Köcherfliegenlarve in unserer Becherlupe betrachten konnten. Im Gegensatz zu unserem ersten Termin an der Salzach-Quelle hat das Frühjahr nun schon wesentlich mehr Bewohner an der Salzach im Graubrunnenwald versammelt. Alle Forscherinnen und Forscher waren fleißig in und an der Salzach unterwegs und fanden dabei allerlei Tiere: Spring- und Grasfrösche, Feuersalamander-Larven, ein großer Schnegel und viele Fliegenhaft-Larven waren zu entdecken. Einige Tiere konnten wir auch retten, die im Wasser eigentlich nichts verloren haben, z. B. einen Brachkäfer und das Naturtagebuch-Maskottchen, einen Mistkäfer.

Leider fand sich auch Müll an diesem schönen Fleckchen, welchen wir zusammensammelten und an der Straße für Bauhof zum Abtransport ablegten.