Landschaftspflege

Mit der Landschaftspflege verfolgen wir verschiedene Ziele. Dies sind unter anderem der Artenschutz und Erhalt von traditionell heimischen Pflanzen und Tieren. Insbesondere heute gängige Monokulturen oder eingeschleppte invasive Arten stellen eine Bedrohung für viele heimische Arten dar. Insekten fehlt bei Monokulturen z. B. die Nahrungsgrundlage über einen längeren Zeitraum, wie dies bei einer natürlichen Wildblumenwiese oder einer Streuobstwiese im Jahresverlauf der Fall ist. Invasive Arten verdrängen die einheimischen Artgenossen, weil sie z. B. kräftiger sind oder Krankheiten einschleppen, gegen die die ursprünglichen Bewohner nicht gewappnet sind (Beispiel: Grauhörnchen).

In hohem Maße Problematisch ist darüber hinaus auch der verbreitete Einsatz verschiedenartiger Pestizide und Pflanzenschutzmittel. Die Presse berichtet in diesem Zusammenhang primär über das Sterben der Honigbiene, aber auch die Bestände vieler anderer Arten wie Schmetterlinge gingen in den vergangenen Jahren dramatisch zurück. Entsprechend werden auf den vom BUND Maulbronn bewirtschafteten und gepflegten Flächen keinerlei Pestizide oder ähnliches eingesetzt und invasive Arten weiterhin mechanisch bekämpft.

Konkrete Maßnahmen, die sich im Ortsverband in den letzten Jahren mit wiederkehrenden Einsätzen etabliert haben, werden nachfolgend vorgestellt.

Streuobstwiese auf dem Klosterberg

Die Streuobstwiese auf dem Klosterberg hat der Ortsverband von der Stadt Maulbronn gepachtet. Wir kümmern uns dort unter anderem um die Pflege der vielen Hochstämme. Auf der Streuobstwiese sind insbesondere die vielen verschiedenen traditionellen Apfelsorten hervor zu heben. Durch die Mischung stehen dort Lageräpfel genau so zur Verfügung wie Sorten, die überwiegen zur Vermostung geeignet sind. Durch diese heterogenität liefert die Wiese über einen langen Zeitraum immer wieder reife Früchte, beginnend mit Früh- oder Klaräpfel bis zu den Lageräpfeln, die spät geerntet werden. Ein Auszug aus den derzeit dort vorhandenen Apfelsorten:

  • Brettacher
  • Boskop
  • Gewürzluigen
  • Roter Berlepsch
  • Rheinischer Bohnapfel
  • Goldparmäne
  • Bittenfelder
  • Ontario
  • Hauxapfel

Die Pflegemaßnahmen auf der Streuobswiese umfassen den Pflegeschnitt der Bäume, wobei auch Totholz bewusst toleriert wird, um z. B. artgerechte Bruthölen für Spechte usw. bereit zu stellen oder als Lebensraum für Insekten zu dienen. Da die Bäume nie vollständig abgeerntet werden, stehen Vögeln und Insekten auch in den Wintermonaten Nahrungsquellen zur Verfügung. Durch eine bewusste Mahd der Wiese und abtransport des Heus wird der Wandel zur Magerwiese forciert.

 

Der Abschluss eines BUND-Jahres wird traditionell durch das Apfelfest eingeläutet, welches in der Regel im Oktober stattfindet. Dazu ist jedermann immer gerne eingeladen, um den Ortsverband kennen zu lernen. Der Termin dazu wird auf dieser Webseite und im Maulbronner Gemeindeblatt angekündigt. Einer der Höhepunkte des Apfelfests ist das gemeinsame Apfelsaftpressen der frisch geernteten Äpfel.

Karte OpenStreetmap BUND-Wiese
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Hohenackersee

Der Hohenackersee im Süden von Maulbronn wurde von den Zisterziensermöchen ursprünglich als Löschteich angelegt. Die Mönche des Klosters betrieben einen großen Aufwand in der Wasserwirtschaft und legten zahlreiche Seen und Kanäle an, um das Wasser für ihre Zwecke zu nutzen. Aus ökologischer Sicht ist der Hohenackersee besonders wertvoll, da hier einige seltene Libellenarten wie Heidelibellen einen Lebensraum finden. Auch immer seltener anzutreffen sind die hier wachsenden Seggenarten. Diese werden jedoch durch das hier ebenfalls zu findende Schilf bedrängt, weshalb dder BUND-Maulbronn das Schilf hier manuell bekämpft und den Raum für die Seggen auch von anderen Pflanzen und Gehölzen frei hält. Waren in den Anfangsjahren hier noch schwere Geräte wie Kettensäge erforderlich, zeigen die Maßnahmen immer mehr Erfolg.

Karte OpenStreetmap Hohenackersee
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